Von Menschenschleppern, Heimweh und überfüllten Booten

Schüler der letztjährigen Klasse 8a über ihr Literaturprojekt mit jungen Flüchtlingen

Am Mittwoch, den 22.07.2015 trafen die Schüler der Klasse 8a mit Flüchtlingen aus dem Waldhaus Würzburg zusammen und verbrachten einen Vormittag gemeinsam in Karlstadt. Durch die Klassenlektüre ,,Kinshasa Dreams“ setzten sich die Schüler bereits viele Wochen zuvor mit der Flüchtlingsproblematik auseinander.
Durch dieses Buch wurde Interesse erweckt, die Flucht des Protagonisten Jengo mit den Erlebnissen von ,,realen“ Menschen zu vergleichen und mehr über ihre Situation und der Flucht zu erfahren. Bei einem gemeinsamen Frühstück erzählten die Schüler über ihr neues Leben in Deutschland, ihre alte Heimat, sowie über ihre Hobbys, Ängste und Hoffnungen.Sie zeigten viele Einblicke in ihre Sprache und ihr Heimatland durch Plakate und viele bunte Bilder.

Flüchtlinge Eritrea Kinshasa Dreams 1Die Schüler konnten sich selbst durch das unausgeprägte Deutsch der Flüchtlinge gut unterhalten und waren überrascht über die Fortschritte, die die Flüchtlinge bereits in der bisher nur kurzen Aufenthaltszeit gemacht haben.

Zum Buch konnte man nur sehr schwer Vergleiche ziehen, da die Schüler die Flüchtlinge nicht belasten wollten, um nicht alte, schlechte Emotionen erneut zu erwecken. Übereinstimmungen gab es jedoch zum Beispiel in der Anzahl der Geschwister. Sie berichteten, dass die meisten Menschen in Afrika mehr als fünf Geschwister haben und eine enge Verbindung in der Familie liegt. In Deutschland jedoch sind derartige Geschwisterzahlen sehr untypisch. Deshalb haben sie oft auch großes Heimweh und vermissen ihre Verwandten aus der Heimat. Ihre einzige Erinnerung an diese besteht durch Bilder aus der Heimat auf ihren Handys.

Einige erzählten auch, dass sie nicht alleine, sondern in kleinen Gruppen geflüchtet sind. Dies spiegelt sich erneut in der Lektüre wider, in der Jengo mit einem Freund gemeinsam nach Europa kam. Außerdem berichteten die Asylbewerber auch von überfüllten Booten und Menschenschleppern auf ihrem gefährlichen Weg nach Europa.

Insgesamt waren wir sehr überrascht, wie realitätsgetreu das Buch geschrieben ist, da sich viele Merkmale einer Flüchtlingsreise überschneiden und vergleichen lassen.
Außerdem ist die Klasse sehr interessiert daran, den Kontakt zu den getroffenen Flüchtlingen aufrechtzuerhalten und sich vielleicht wieder einmal in Würzburg zu treffen, um ihnen das Eingewöhnen zu erleichtern.

Julia W., Mona R., Phillip B., Benedikt R.

 

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