KoLibri

Koordiniertes Lesen in Buch Report Internet

Schulbibliotheksarbeit am Johann-Schöner-Gymnasium Karlstadt

Die drei Aufgabenfelder von KoLibri sind das Wecken der Lesefreude, der Aufbau einer Lesekultur sowie die Förderung der Lesekompetenz. Einzelmaßnahmen wie etwa die Gestaltung von Lesekisten, das freie Lesen mit der „Mobilen Bibliothek“ oder das Erlernen von differenzierten Lesetechniken nach Anwendung entsprechender lesediagnostischer Verfahren sollen dabei helfen, das Lesen als zentrale Kulturtechnik wahrzunehmen und als Schlüsselkompetenz für das Leben in unserer Gesellschaft zu schätzen.
Das Herzstück der KoLibri-Idee ist ein speziell zugeschnittenes Raum- und Personal-Konzept, welches dazu beiträgt, dass die Leseförderung fest im Lehr- und Lernbetrieb der Schule verankert werden kann. So hat sich das Johann-Schöner-Gymnasium darum bemüht, einen Raum zu schaffen und zu gestalten, der den Ansprüchen einer modernen Multimedia-Schulbibliothek gerecht wird. Ein Ort auch, an dem alle Maßnahmen zur Leseförderung zusammenlaufen und integriert werden können: Ende April 2008 hat das neu erbaute und eingerichtete Lernatelier seinen geregelten Betrieb aufgenommen. Von Montag bis Freitag kann seither auf 128 Quadratmetern gelesen, recherchiert und selbsttätig oder mit pädagogischer Betreuung gelernt werden.
Die Schule ist bemüht, die Leseförderung gemäß der Initiative „Mehr lesen – mehr verstehen“ als Aufgabe aller schulischen Fächer zu begreifen. In diesem Sinne sind grundsätzlich die Lehrer aller Fachbereiche Träger der Leseförderung.
Um die Nachhaltigkeit der Leseförder-Maßnahmen zu gewährleisten sowie um entsprechende pädagogische Bemühungen zu koordinieren, gibt es eine Reihe von spezifischen Arbeitsbereichen, die wie folgt personell abgedeckt werden:
Die Lesediagnostik sowie die Schulung von grundlegenden Lesetechniken im Rahmen des KoMet-Unterrichts der 5. Klassen erfolgt durch eine pädagogische Fachkraft aus dem Grundschulbereich.
Die Lesestunden im Rahmen der „Mobilen Bibliothek“ werden zum Teil von Lehrkräften betreut, zum Teil aber auch von einer Diplom-Pädagogin, welcher zudem die pädagogische Betreuung des Lernateliers obliegt. Darüber hinaus unterstützt sie das überwiegend ehrenamtliche Verwaltungspersonal bei der Bewältigung des täglichen Leihbetriebs.
Mit pädagogischen Maßnahmen zur Leseförderung und Schulbibliotheksarbeit beschäftigt sich aber auch der gleichnamige Arbeitskreis, welcher sowohl mit Lehrkräften unterschiedlicher Fakultas als auch mit den meist ehrenamtlichen Bibliotheksmitarbeitern besetzt ist. In regelmäßigen Arbeitstreffen werden hier Konzepte entwickelt sowie Einzelmaßnahmen zur Leseförderung koordiniert.
Nicht zuletzt sei in diesem Zusammenhang die Schülerebene erwähnt. Im Rahmen des KosMoS-Kurses „Lesescouts“ gestalten interessierte Schülerinnen und Schüler die Schulbibliotheksarbeit aktiv mit, indem sie einerseits leseschwachen Schülern als Coach zur Verbesserung ihrer Lesefähigkeit zur Seite stehen und andererseits tatkräftig mithelfen, den Medienbestand in einem guten Zustand zu halten.

Eine bereits seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der örtlichen öffentlichen Bibliothek im Rahmen einer regelmäßigen Bereitstellung von Medienkisten durch die Stadtbibliothek Karlstadt zum schulischen Einsatz im gemeinsamen Projekt „Mobile Bibliothek“ ist ein weiterer Schwerpunkt von KoLibri. Diese Zusammenarbeit wird alljährlich in den Monaten April und Mai intensiviert und um andere Bildungsinstitutionen in und um Karlstadt (Nachbarschulen, Kindergarten, örtliche Buchhandlung etc.) erweitert, indem im Rahmen der Initiative „Karlstadter LesART“ ein bunter Veranstaltungsmix rund um das Thema Lesen (Autorenlesungen, Schreibworkshops, Medienpräsentationen etc.) an ungewöhnlichen Orten öffentlich veranstaltet wird.

Die Weiterentwicklung des Konzeptes sowie aktuelle Einzelmaßnahmen im Rahmen der vorgestellten Schulbibliotheksarbeit können im schuleigenen Bibliotheksblog „lernatelier2punkt0“ mitverfolgt werden.

 

 

                                                                                              Jochen Diel, OStR